Krankenversicherungsbeiträge im Rentenalter

Gesetzlich oder privat?

Eine der häufigsten Fragen im Rentenalter ist: "Kann ich mir die private Krankenversicherung noch leisten? Was ist für mich günstiger, die private oder die gesetzliche Krankenversicherung?" Die Antwort darauf ist immer individuell zu beantworten. Sicher ist jedoch, dass es umfangreichere Leistungen in der privaten Krankenversicherung gibt, oftmals zu günstigeren Beiträgen. Die abgeschlossenen Leistungen sind Vertragsbestandteil, die nachträglich nicht einseitig durch den Versicherer gekürzt werden können. Privat Versicherte haben somit einen lebenslangen Rechtsanspruch auf die bei Vertragsabschluss vereinbarten Leistungen. 

Keine Angst vor den Beiträgen im Rentenalter

Wie hoch sind die Beiträge als Rentner in der PKV?

Der Beitrag zur PKV ist auch im Rentenalter weiterhin unabhängig vom Einkommen. Er richtet sich weiter nach dem Leistungsumfang unter Berücksichtigung der gebildeten Alterungsrückstellungen. Renten oder die Kapitalauszahlung einer BAV finden keine Berücksichtigung.

Sicherheit im Alter

Viele Kunden fürchten sich vor hohen Beiträgen im Alter. Doch gerade im höheren Lebensalter profitieren Privatversicherte von vielen möglichen Entlastungen.

Damit die Gesundheit auch im Alter bezahlbar bleibt, wird zusätzlich in der Vertragslaufzeit ein Polster angespart, die sogenannten Alterungsrückstellungen (AR). Damit können Mehrbelastungen im Alter – bedingt durch ein erhöhtes Krankheitsrisiko – abgefedert werden.

Je früher der Eintritt in die Private Krankenversicherung (PKV) erfolgt, desto länger ist die Ansparphase und umso günstiger der Beitrag!

Das Prinzip der Alterungsrückstellungen (AR)

Privatversicherte haben zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, Einfluss auf Ihre Leistungen und Beiträge zu nehmen:

  • Leistungen können auf Wunsch ab- oder dazu gewählt werden. Im Fall einer Erweiterung ist die Gesundheitsprüfung nur für diese Mehrleistung relevant.
  • Flexible Beitragsgestaltung durch Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens unter Anrechnung der gesamten Alterungsrückstellungen ist möglich (Wechselrecht § 204 VVG).
  • Versicherte, die nach dem 01.01.2009 in die PKV eingetreten sind, haben die Möglichkeit einer Tarifumstellung in den brancheneinheitlichen Basistarif. Wurde der Versicherungsvertrag vor dem 01.01.2009 geschlossen, besteht zusätzlich die Option einer Umstellung in den Standardtarif. Beide Tarife beinhalten vergleichbare Leistungen wie die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Auch der Beitrag ist auf den GKV-Höchstbeitrag begrenzt.

Welche weiteren Faktoren beeinflussen den Beitrag im Alter positiv?

  • Die angesparten Alterungsrückstellungen dienen im Alter zur Stabilisierung des Beitrags.
  • Ab dem 21. Lebensjahr zahlen Versicherte einen gesetzlichen Zuschlag von 10 % ihres Beitrags, der mit dem Alter von 60 entfällt. Der angesparte Betrag wird ab dem 65. Lebensjahr eingesetzt, um künftige Beitragsanpassungen zu dämpfen. Ab dem 80. Geburtstag des Versicherten werden die nicht verbrauchten Beträge aus diesem Zuschlag zur Prämiensenkung eingesetzt.
  • Wurde ein Krankentagegeld abgeschlossen, entfallen mit Ausscheiden aus dem Erwerbsleben die Beiträge.
  • Hat der Versicherte mit einer Beitragsentlastungskomponente (PBE) vorgesorgt, kommt er nun in den Genuss der Beitragsreduzierung.
  • Privat versicherte Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten einen Zuschuss von 7,3 % ihrer Rente, maximal die Hälfte ihres PKV-Beitrags.

Das Ergebnis, faire Beiträge und garantierte Leistungen, ein Leben lang

Vergleich der Beiträge im Alter

  Einnahmen KVdR Beitrag (mtl.) pflichtversichert 90 % der 2. Hälfte des Erwerbslebens in der GKV versichert 3 GKV Beitrag (mtl.) freiwillig versichert Weniger als 90 % der 2. Hälfte des Erwerbslebens in der GKV versichert 3 PKV Beitrag (mtl.) 4 Eintrittsalters 33, Beginn 1978, Jahr 2019 - 74 Jahre alt
Gesetzliche Rente allgemeiner Beitragssatz 14,6 %+ Zusatzbeitrag 0,9 % 1
+ PPV (Pflege) 3,05 % = 18,55 %
1.400 EUR mtl. 259,70 EUR 259,70 EUR -
Versorgungsbezüge z. B. Betriebsrenteallg. Beitragssatz 14,6 %+ Zusatzbeitrag 0,9 % 1+ PPV (Pflege) 3,05 % = 18,55 % 700 EUR mtl. 129,85 EUR 129,85 EUR -
Sonstige Einkünfte z. B. Mieteinnahmenermäßigter Beitragssatz 14,0 %+ Zusatzbeitrag 0,9 % 1+ PPV (Pflege) 3,05 % = 17,95 % 1.200 EUR mtl. - 215,40 EUR -
Betriebliche Altersvorsorge z. B. BAV-VertragBerechnung: 60.000 EUR : 120 Monate = 500 EUR x 18,55 % *

* allg. Beitragssatz 14,6 %+ Zusatzbeitrag 0,9 % 1+ PPV (Pflege) 3,05 % = 18,55 %
60.000 EUR einmalig 92,75 EUR begrenzt auf 10 Jahre 92,75 EUR begrenzt auf 10 Jahre -
vorl. Gesamtbeitrag KVdR   482,30 EUR 697,70 EUR -
vorl. Gesamtbeitrag PKV   - - 576,40 EUR
Zuschuss Rentenversicherungsträger halber Beitragssatz 7,3 %
+ halber Zusatzbeitrag 0,45 % = 7,75 %
  108,50 EUR 108,50 EUR 108,50 EUR
Eigenanteil als Rentner Kinderlose zahlen zusätzlich 0,25 % SPV 2   373,80 EUR 589,20 EUR 467,90 EUR
1Seit dem 01.01.2015 kann der Zusatzbeitrag je nach GKV variieren.2Gilt nicht für den PKV Beitrag3Für jedes leibliche, Stief-, Adoptiv- oder Pflegekind werden pauschal 3 Jahre auf die Vorversicherungszeit in der GKV angerechnet. 4ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG - Tarife A 90/100, Z 100/80, K 20
Stand 14.01.2019

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Beratungshilfe: KV-Beiträge im Rentenalter

Haben Sie Fragen? Zögern Sie nicht, uns anzusprechen!